Projektnutzen

Projektnutzen

Sharing als Umweltbeitrag für lebenswerte Städte ohne Verzicht auf ein eigenes Fahrzeug

Sharing Aktivitäten sind heute wichtiger denn je. Die Möglichkeit der gemeinschaftlichen Nutzung oder der gemeinsamen Verwaltung von Gebrauchsgütern ist in Wien bereits gut verankert und durch die steigende Anzahl von Carsharing und Bikesharing Angeboten auch gut sichtbar. Wien ist eine der wenigen Städte (in Österreich), in der rund ein Drittel der Haushalte über keinen eigenen Pkw verfügen. Das gute ÖV-Netz sowie ein gutes Angebot an Sharing Möglichkeiten machen den Besitz eines eigenen Pkw oder zumindest den eines Zweit-Pkw im Haushalt verzichtbar. Sharing Angebote sind ein ressourcenschonender, umweltfreundlicher, urbaner Trend und ermöglichen den Zugang zu Mobilitätsangeboten, ohne selbst teure Anschaffungskosten tragen zu müssen. Neue Mobilitätsangebote, wie beispielsweise (E-)Bikes, Lastenräder oder (E)-Car-Sharing, werden in naher Zukunft dabei helfen, auch ohne eigenes Fortbewegungsmittel nahezu uneingeschränkt mobil sein zu können. Egal ob in der hauseigenen Garage oder am Mobilitätskiosk um die Ecke – Sharing Angebote werden zukünftig stärker sichtbar und alltäglich sein. Es gibt jedoch auch kritische Stimmen, die Sharing im Mobilitätsbereich eine negative Auswirkung auf die ÖV Nutzung zuschreiben.

Sind Statussymbole noch notwendig?

Nun geht es daher in unserem Projekt auch darum, benachteiligten Bevölkerungsgruppen, für die das eigenen Auto nach wie vor ein Statussymbol ist, an das Sharingsystem und die damit verbundenen Möglichkeiten der imageträchtigen Selbstdarstellung heranzuführen. Wenn SchülerInnen Sharing mit ihren Prestigeobjekten lernen, so können sie dieses Prinzip auch an die Elterngeneration herantragen. Das Nutzen von Statussymbolen wird so von Sharing Kompetenz und nicht von der persönlichen Vermögenslage abhängig.

Spaßfaktor und Neugierde bei Jugendlichen – teilhaben

Es gibt ein großes Angebot an Fortbewegungs- und Sportgeräten, die Kinder und Jugendliche gerne ausprobieren möchten. Manche Geräte sind, wenn sie neu auf den Markt kommen, in der Anschaffung sehr teuer. Die Attraktivität und der Spaßfaktor, damit „herum zu cruisen und coole Supertricks zu erlernen“, ist hoch. Dasselbe gilt auch für Spiele und technische Bausätze. Sharing soll hier die Möglichkeit für alle Kinder und Jugendliche eröffnen, diesen Spaßfaktor zu erleben und Teil der Schulcommunity zu sein, unabhängig von der Bereitschaft der Eltern, diese Güter zu erwerben.

SchülerInnen mit Migrationshintergrund im Fokus der Bemühungen

„Der Anteil der Schüler/innen mit einer anderen Erstsprache als Deutsch beträgt in den Volksschulen österreichweit 20 %. Die Anteile variieren aber je nach Bundesland beträchtlich: Beispielsweise sprechen in Wien rund 48 % der Volksschüler/innen eine andere Erstsprache. Mangelnder Spracherwerb führt zu Leistungsrückständen der Jugendlichen mit Migrationshintergrund, die aber nicht ausschließlich die Bildungsthematik berühren, sondern Fragen nach sozialer Gerechtigkeit in Österreich aufwerfen. Gesellschaftlich relevant ist insbesondere die Frage, ob es eine systematische Benachteiligung bestimmter Bevölkerungsgruppen gibt. Auch stellt sich die ganz grundsätzliche Frage, ob und inwieweit die Schule im Rahmen ihrer herkömmlichen Strukturen und Problemlösemechanismen in der Lage ist, den sozialen Wandel, der unter anderem durch Migration bedingt ist, zu bewältigen“. (Quelle: https://www.bifie.at/buch/875/5) Bisherige Erfahrungen zeigen, dass es für SchülerInnen mit bildungsfernem Elternhaus schwierig ist, das Bildungssystem als Chance zu begreifen. Über Projekterfahrungen werden wichtige Impulse gegeben, die Kinder und Jugendliche ermutigen, neue Wege zu beschreiten. Die Teilhabe der SchülerInnen an einem Sharingsystem ermöglicht eine neue Form der gesellschaftlichen Partizipation und so ein verändertes Selbstbewusstsein, aus dem heraus neue Ideen entstehen und neue Wege beschritten werden können.

Mangelnde Skills bei Kindern und Jugendlichen mit Migrationshintergrund

Schulischer Erfolg ist eng verknüpft mit sozialer Herkunft. Nicht nur der mangelnde Erfolg im allgemeinbildenden Schulsystem zeigt die Benachteiligung der SchülerInnen mit Migrationshintergrund auf. Es ist vor allem die Schnittstelle zur weiterführenden Ausbildung und der Eingliederung in den Arbeitsmarkt, die große Sorge bereitet. Hier werden durch den Erwerb zusätzlicher Skills wichtige Weichen zur gesellschaftlichen Integration im Sinne einer sozialen, politischen und wirtschaftlichen Teilhabe gestellt.

Informationstechnologien und Medienkompetenz als wichtige Voraussetzung

Informationsnutzung und -austausch über soziale Medien und das „Teilen“ von coolen Augenblicken ist ein wesentlicher Aspekt in der Nutzung von Smartphones. SchülerInnen sollen am Beispiel „Sharing von Objekten“ über digitale Vernetzung befähigt werden, die Auswirkungen von Smartphones und sozialen Netzwerken zu verstehen und diese so einzusetzen, dass vielfältige technische Möglichkeiten genutzt, aber auch die rechtlichen Restriktionen verstanden werden.

Denn kennzeichnend für Mobilitätsservices wie jene von MO.Point ist die Verknüpfung von Offline und Online: Fahrzeuge müssen für den geplanten Nutzungszeitraum via digitaler Buchungsplattform reserviert werden. Dabei geht die NutzerIn ein rechtsgültiges Vertragsverhältnis ein. Und so müssen auch SchülerInnen im Sharing den Zusammenhang zwischen Entscheidungen, die sie in der digitalen Umgebung treffen und den realen Auswirkungen erkennen.

Usability – technologisches Nutzungsverständnis

So sollen Kinder und Jugendliche die bei Sharing-Technologien möglichst intuitive Usability des Angebotes schätzen lernen – von der Website bis hin zur Nutzung des Angebotes. Gleichzeitig sollen sie erkennen, welche verbindlichen Buchungsvorgänge und sensible Daten sich unter der Nutzeroberfläche verbergen. So wird ihnen im Rahmen des Projekts ein technologisches Nutzungsverständnis beigebracht.